Informationen für Familien rund um das Thema Gewalt

Betroffenheit der Kinder bei Partnerschaftsgewalt

Wenn zu Hause ein Klima der Angst, Verunsicherung und Gewalt herrscht, sind alle Familienmitglieder davon betroffen. Kinder leiden immer darunter, auch dann, wenn sich die Gewalt nicht willentlich gegen sie richtet, sondern sich zwischen den Erwachsenen abspielt. Gerade in der aktuellen Corona-Situation, in der sich das Leben fast ausschliesslich zu Hause abspielt, können vermehrt Spannungen auftreten. Jetzt mehr denn je müssen Kinder von ihren Eltern geschützt und behütet werden. Kinder brauchen das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit. Kindern, die häusliche Gewalt erleben oder miterleben, wird dieses Sicherheitsgefühl zusätzlich genommen. Und weil Kinder von ihren Eltern abhängig sind, erleben sie diese Situation als sehr bedrohlich. Sie fühlen sich hilflos und können sich oft nicht selbst schützen. Kinder benötigen Unterstützung, um die Situation zu verändern oder Hilfe zu holen. Kinder tragen nie die Schuld an Gewalt zwischen Eltern; nur wissen sie das häufig nicht. Unsere Aufgabe ist es, den Kindern gerade jetzt zu ermöglichen, Kind zu sein.

Den Eltern und Erziehungsberechtigten ist häufig nicht bewusst, welche seelische Not die Kinder in solchen Gewaltsituationen erleben. Dies zeigt der Themenfilm über Cécile aus der Themenmappe «Es soll aufhören!» eindrücklich auf.

Eigene Stärken entwickeln

Trotz den widrigen Umständen können einige Kinder eine persönliche Widerstandskraft aufbauen, auch Resilienz genannt. Ein Kind mit hoher Resilienz kann sich trotz allem gesund entwickeln. Zum Aufbau der Resilienz tragen die persönlichen Ressourcen eines Kindes, diejenigen der Familie sowie des sozialen Umfelds bei. Die Resilienz kann beispielsweise durch das Ausüben eines Hobbys oder eine enge Bezugsperson gestärkt werden. Nicola berichtet in seinem Themenfilm darüber, was ihn in dieser schwierigen Zeit gestärkt hat und was ihm geholfen hat.

Hilfsangebote

Kinder, die von Partnerschaftsgewalt betroffen sind, können sich Hilfe holen. So gibt es beispielsweise die 147, die Notrufnummer für Kinder und Jugendliche. Diese Beratungsstelle berät rund um die Uhr kostenlos und vertraulich per Telefon, Chat und Mail, auch während der Corona-Situation: https://www.147.ch/de/.

Siehe auch: Kurzreportagen Unterstützungsangebote

Eltern und Erziehungsberechtigte finden auch in der Elternbroschüre CompAct (erhältlich in 13 verschiedenen Sprachen) wichtige Hinweise, wie sie auch in herausfordernden Zeiten und Situationen einen kühlen Kopf bewahren können: CompAct: Informationen für Eltern.